Trennung in Krisenzeiten

Die letzten Tage habe ich einige Erstgespräche geführt, in denen der Wunsch nach einer Trennung als Grund für die Kontaktaufnahme genannt wurde.
Viele Menschen in einer festen Beziehung sind durch anhaltende Krisen wie Corona, Inflation, Krieg, Energiekosten etc. wütend, traurig und enttäuscht und fühlen sich vom Partner völlig im Stich gelassen.
Sie fühlen sich alleingelassen mit der ganzen Verantwortung für Angehörige, Job, Haushalt, Kindererziehung oder sonstige Mehrfachbelastungen. Da gibt es auch nichts schönzureden! Ich erlebe oft in der Kommunikation der Paare, wie schnell ein Streit und massive Vorwürfe durch – von außen betrachtet – kleine Auslöser entstehen kann.
Der Partner gerät dadurch in die Defensive und reagiert ebenso mit Vorwürfen oder zieht sich zurück. Beim Rückzug kann es wochenlang zu einem sehr verletzenden Schweigen kommen.
In den meisten Fällen hat es immer wieder Streit zu bestimmten Themen gegeben. Irgendwann spitzt sich die Lage in den eigenen vier Wänden immer mehr zu und dann ist der Punkt erreicht, an dem man nur mehr weg will!
Ich kann das sehr gut nachvollziehen! Es ist auch eine bekannte Tatsache, dass nach Sommerurlauben und Weihnachtsfeiertagen die Scheidungsrate ansteigt. Wie wird das dann erst sein, wenn die großen Krisen gar nicht mehr aufhören, sondern immer mehr und immer stärker unser Leben beeinflussen? Wenn uns die Veränderungen nicht nur im kleinsten Beruf- und Familienkreis, sondern auch in der ganzen Welt uns immer mehr verunsichern und wir keinen Halt mehr finden?
Meine persönliche Prognose ist, dass einige Beziehungen an den Belastungen zerbrechen werden. Denn unsere Zeit stellt Paare durch außergewöhnlichen Belastungen vor nie zuvor dagewesene Herausforderungen.
Das Gefühl, ohne Partner besser dran zu sein
Der Wunsch nach einem konfliktfreien Alltag und das Gefühl, ohne Partner besser dran zu sein, ist nur allzu verständlich. Dennoch sollte so eine weitreichende Entscheidung wie eine Trennung nicht aus einer krisenhaften Situation heraus getroffen werden!
Sondern sie sollte mit allen Konsequenzen gut überlegt sein. Ich habe in meiner Beratungspraxis schon mehrfach Paare in der Trennungsphase begleitet und erlebt, dass bei den Gesprächen Bedürfnisse zum Ausdruck gebracht werden, über die mit dem Partner zuvor nie gesprochen wurden!
Wie kann das passieren?
Willst du dich mit mir als Profi unterhalten, um Klarheit darüber zu bekommen, wie es mit deiner Beziehung weitergehen soll?
Es ist wichtig zu verstehen, was uns gegenseitig so voneinander entfremdet hat. Denn nur so können wir im Falle einer Trennung immer noch empathisch Entscheidungen treffen und die ungelösten Themen nicht in eine neue Beziehung mitnehmen.
Kostenloses
Kennenlerngespräch
In einem kostenlosen 30-minütigen Erstgespräch klären wir dein Anliegen. Du bekommst eine realistische Einschätzung des Beratungsaufwands und wir besprechen die weitere Vorgehensweise. Außerdem schauen wir, ob du mit deinem Anliegen bei mir an der richtigen Adresse bist und ob die Chemie für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit passt.
Insbesondere für Paare mit Kindern ist es wichtig, im Gespräch zu bleiben. Denn sie bleiben in ihrer Elternrolle miteinander verbunden und müssen die vielen Aspekte einer Trennung nicht nur gut planen, sondern auch für die Zeit danach – trotz aller Ressentiments – gemeinsam regeln können.
Manchmal erlebe ich auch, wie Paare am gleichen Tisch sitzen und erbarmungslos aneinander vorbeireden. Jeder glaubt, er hätte seine Anliegen doch wirklich klar und deutlich geäußert, aber die Botschaft kommt einfach nicht an!
Daraus entwickeln sich Missverständnisse und Enttäuschungen, die sich zu unüberwindbaren Hindernissen auftürmen und der Beziehung die Luft zum Atmen raubt.
Liebesberatung als Trennungsbegleitung
Zugegeben, das ist ein schräger Titel. Aber erfahrungsgemäß hilft es den zerstrittenen Paaren, sich bei den Beratungsterminen auf neutralem Boden begegnen zu können.
Ich habe dann die Rolle als eine unparteiische Übersetzerin, die Botschaften formulieren hilft, damit sie auch wie gewünscht ankommen. Zusätzlich achte ich darauf, dass alles zur Sprache kommen darf, was wichtig und notwendig ist.
Dadurch lässt die Spannung nach und plötzlich ist es auch wieder möglich, sich gemeinsam über unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten zu unterhalten. Denn es gibt nie nur schwarz und weiß, sondern immer auch ein bunt!
Eine Trennung erfordert Mut – die Liebe auch!
Ich denke es erfordert viel Mut, die Partnerschaft für beendet zu erklären. Genauso, wie sich auf die Liebe einzulassen. Einem anderen Menschen immer wieder zu vertrauen und seine Gefühle zu offenbaren, trotz aller Enttäuschungen – ja, das ist mutig.

Über die Autorin Angelika Erz
Als dipl. psych. Lebensberaterin begleite ich Paare und Einzelpersonen seit 2012 bei allen Themen rund um Liebe, Partnerschaft und Sexualität. Ich bin gerne deine vertrauensvolle Ansprechpartnerin, wenn es darum geht, eine gute Lösung für dich und deine Paarbeziehung zu finden!
In meinem Liebesblog schreibe ich über Themen, die mich gerade beschäftigen und ich beantworte Fragen, die mir in der Beratung gestellt werden.
Klicke hier für einen weiteren Beitrag zu Reden, damit die Ehe nicht zerbricht.
Lies‘ hier meine 8 Tipps für Homeoffice und Elternsein.
PS: Einen genauen Trend der Ehescheidungen könnt ihr den Statistiken von Statistik Austria entnehmen!
